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Teil2: Zeit für mich selbst!? ⏱

Angela & Dieter Ehrenreich

Schönen Mittwoch,

letzte Woche haben wir ja mit folgender Frage gestartet:

Wie viel Zeit soll jeder für sich haben?

Zur Erinnerung - diese beiden Situationen werden uns in der Beratung oft geschildert:

  • Es gibt Kinder, Jobs, zu pflegende Angehörige und vieles anderes, was Platz finden soll im Alltag. Und daneben bleibt vielleicht noch Zeit für Euch als Paar, aber individuelle Zeit für den Einzelnen gibt es keine mehr.
  • Die Partner haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse, was gemeinsame Zeit und alleine verbrachte Zeit angeht und obwohl an sich genug Zeit wäre, kommt es zu Konflikten zum Thema “me-time”.

Letzte Woche haben wir uns mit dem ersten Fall beschäftigt, heute geht es weiter zum Zweiten:

In der Beratung stellen wir gemeinsam mit den Paaren oft fest, dass die Frage “Gemeinsam oder alleine?” nur an der Oberfläche kratzt:

Auch wenn es unterschiedliche Bedürfnisse gibt, kommen wir um die Frage der Werte (= was ist mir wichtig) nicht herum. Und es kann vorkommen, dass dem einen Partner Nähe viel wichtiger ist als dem Anderen. Oder dem einen Freiheit, Alleinsein oder ähnliches Kraft gibt, die er sonst nirgends findet. Vielleicht hat einer der beiden in diesem Moment oder generell einen sehr starken Beziehungsfokus und empfindet damit das Bedürfnis des anderen ohne ihn/sie etwas tun zu wollen, als Bedrohung für die Beziehung oder als unpassende Distanzierung in der Beziehung. Oder der andere hat ein Autonomiebedürfnis, das eben gerade stärker ist. Wir bleiben ja auch in Beziehung (sogar in sehr symbiotischen) immer noch Individuen.

Wenn es gelingt die Emotionen in diesen Momenten zu erkennen, zu benennen, eventuell auch anzusprechen und dabei auch Verständnis für den Partner zu entwickeln, dann geht es nämlich nicht mehr um ein Aufrechnen der “me-time” jedes einzelnen, sondern es wird leichter dem Partner etwas zu gönnen, was ihm/ihr gut tut.

Alles liebe, Angela & Dieter