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Wenn Du mich wirklich liebtest,…😍

Angela & Dieter Ehrenreich

Schönen Mittwoch,

…würdest Du gerne Knoblauch essen.

Schönen Mittwoch,

Schönen Mittwoch,

so lautet der Titel eines Buchs von Paul Watzlawick, dass bei uns im Beratungsraum gut sichtbar herumliegt. Was hat es mit diesem Buch auf sich? Zum Einen helfen die Ansichten des Konstruktivisten Watzlawick manchmal, sich bewusst zu werden, wie sehr wir in unserer „eigenen Welt“ gefangen sind. Und zum Anderen bringt der Titel in einem Satz einiges auf den Punkt, was wir in vielen Partnerschaften beobachten können:

„Wenn Du mich wirklich liebtest, würdest Du gerne Knoblauch essen.“

  • Beginnen wir mit dem ersten „Du“:

„Wenn Du nur“ oder „Du machst mich“ – es gelingt uns doch im Alltag recht leicht den anderen für irgendetwas verantwortlich zu machen. Besonders einfach gelingt uns das, wenn es um unsere eigenen Gefühle geht. “Du machst mich traurig”, “Du ärgerst mich!”. Es mag schon sein, dass der Auslöser vom anderen kommt, aber für meine Gefühle bin nur ich (und das zu 100%) selbstverantwortlich.

  • „wirklich liebtest“

Wie oft machen wir an den Handlungen und Aussagen des anderen Annahmen und Aussagen über uns selbst fest? Würde der obere Satzteil stimmen, kann ich nämlich beurteilen, was Du tust, wenn Du wirklich etwas empfindest. Also bist Du für meine Gefühle zuständig und umgekehrt kann ich Dir sagen, was Du (und in welcher Qualität) empfindest.

  • „würdest Du gerne Knoblauch essen“

Wir können das aber noch steigern, wie Watzlawick beweist. Wenn wir seinen Satz übersetzen, könnte hier folgendes stehen: “Wenn dir also wirklich was an mir liegt, dann machst Du etwas, was du (möglicherweise eigentlich) nicht magst.” An dieser Stelle kann jeder einsetzen, was auch immer für ihn und/oder seinen Partner passt. Egal ob in der Erziehung, im Haushalt oder in der Sexualität. Und dann - bitte schön - zählt das aber nur, wenn er/sie das auch noch gerne macht.?

Und schon befinden wir uns in einer ganz wunderbaren Beziehungsfalle, in der ich aus den Handlungen des Anderen Annahmen über mich und unsere Beziehung ableite.

Nicht alles in der heutigen Mail ist tot ernst – so wie schon Watzlawicks Titel es nicht war. Wenn du aber nach dem Lächeln (oder dem Ärger – je nachdem was vorher da war) über unsere Sätze innehältst und dich wenige Augenblick selbstkritisch beobachtest: Wie viele vergleichbare Situationen aus der letzten Woche fallen dir für dich selbst ein?

Alles liebe, Angela & Dieter