Meine Freiheit 🌄
Schönen Mittwoch,
manchmal kann man ja kaum glauben, wie schnell sich etwas ändert, oder? Letzte Woche war noch fast Sommer und diese Woche ist es schon eiskalt und ziemlich passendes Wetter für November.
Manchmal haben wir auch in der Beratung den Eindruck, dass sich alles schnell verändert. Dass einer der Meinung ist, alles sei bestens und wie aus heiterem Himmel schlägt die Beziehungskrise zu. Nicht selten fallen dann Worte wie “wir waren doch immer eins” oder “ohne dich bin ich nicht mehr ganz”.
Paare berichten dann wie schnell sie sich untrennbar vereint gefühlt haben, wie harmonisch und symbiotisch die Beziehung bisher gelebt wurde, und dass nun einer alles aufs Spiel setzt. Oft fragen wir dann:
Wie viel Nähe wünschst du für dir für eure Beziehung? Wie viel Freiheit brauchst du für dich?
Erfreulich oft ergeben sich daraus spannenden Gespräche. Über das Ich jedes einzelnen ohne das Wir. Über die Bedrohung des selbständigen Ich für das Wir. Über Autonomie trotz Verbundenheit und über Nähe durch Distanz. Über Enge in der Beziehung und Ängste vor dem Ende der Beziehung.
Wir glauben, dass Beziehung nicht heißt, sich selbst aufzugeben. Natürlich gibt es Zeiten, in denen einer (oder beide) mehr im Wir als im Ich ist/sind - und das ist auch gut so. Wir glauben aber nicht, dass die Beziehung, von der wir alle hoffen, dass sie bis ans Ende unserer Tage hält, ein Ersatz für unser individuelles Leben sein soll. Wir glauben, dass sich in einer Beziehung starke, selbständige Menschen begegnen, die jeden Tag mit offenem und frohem Herzen aufeinander zu gehen wollen und deshalb in einer Partnerschaft und ein Paar sind.
Wie viel Raum brauchst du? Wie viel Nähe wünscht du dir? Nutze doch die langen, dunklen, kalten Abende, um mehr über deinen Partner oder deine Partnerin zu erfahren und frag einfach. Vielleicht schon heute Abend?
Alles liebe, Angela & Dieter