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Mein Ärger?! 😖

Angela & Dieter Ehrenreich

Schönen Mittwoch,

letzte Woche haben wir dir unser “Lichtschalter” Beispiel beschrieben. Und wir haben beschrieben, dass wir denken, dass die 100%ige Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen, ein hilfreicher Zugang ist. Wir haben das am Beispiel des Ärgers gemacht und an dieser Stelle möchten wir gerne heute anknüpfen.

Über Ärger, Zorn, Wut und die anderen nach außen strebenden Gefühle gibt es sehr unterschiedliche Ansichten. Als “wahrer Antrieb” werden sie beschrieben und als “wirkliche Urkraft”. Wir denken, dass der Abwehr- und Verteidigungsmechanismus, der hier einsetzt, durchaus hilfreich sein kann. Zum Schutz, zur Verteidigung und als Antrieb für Veränderung.

Wir machen aber auch die Erfahrung, dass in Paarbeziehungen der Ärger vor allem dazu führt, dass man den anderen verantwortlich macht und so den Zugang zum Eigenen nicht wagen muss. Wir denken nämlich, dass es unter jedem dieser nach außen strebenden Gefühle eine Seite in uns gibt, die durch diesen Ärger beschützt wird. Gefühle, denen wir uns sehr ungern aussetzen: Angst, Schwäche, Unzulänglichkeit, Zweifel…

Der Ärger ist die Schutzarmee, die wir nach vorne stellen, um uns selbst vor dem Zugang zu diesen verletzlichen Aspekten in uns zu schützen.

Was tun wir jetzt damit?

Wenn wir den Ärger bemerkt haben, wenn er vielleicht schon ein bisschen verraucht ist, dann ist der Moment tiefer zu tauchen. Sich selbst die Fragen zu stellen: “Was gibt es denn da noch für Gefühle? Und welche noch? Und vielleicht noch eines?” So können wir mehr über uns lernen und wir können uns dann auf die Suche nach der inneren Ressource (der Gegenbewegung zu unseren verletzlichen Seiten) machen.

Und als Paar?

Als Paar kann man dann darüber reden. “Ich habe gestern nach unserem Streit über mich herausgefunden…” oder “Ich habe versucht meine Gefühle zu entdecken, die mein Zorn gestern beschützt hat…” können gute Startpunkte sein.

Und der andere kann mit viel Vorsicht und zärtlicher Unterstützung helfen mehr über diese Gefühle zu lernen. Wenn sich der andere verletzlich (also ohne Armee) zeigt, ist es dabei besonders wichtig aufmerksam und interessiert zuzuhören und auf die eigenen Annahmen und Schlüsse zu verzichten. Dem anderen Helfer sein, steht dann im Mittelpunkt.

Wir wünsche dir viel Mut, beim Erforschen deiner Gefühle,

Alles liebe, Angela & Dieter