Nur nichts sagen. 🤐
Schönen Mittwoch,
heute kommen wir zu Teil 3 unserer Serie:
7 Dinge, die unserer Ansicht nach jedenfalls zum Ende einer Beziehung führen. (Vielleicht nicht jedes für sich, aber ziemlich sicher in Kombinationen)
Bisher hatten wir folgende beiden Punkte:
1) Mein Partner ist schwierig und unveränderbar oder ***Ich bin wie ich bin.***Wenn Du diese Mail versäumt hast, dann klicke hier und wir senden sie Dir gerne. :-)
2) Meine Gefühle halte ich besser raus. Mit einem Klick hier, senden wir Dir diese Mail.
Weiter geht es also mit Teil 3:
3) Über seine Gefühle spricht man auch nicht. (eine sehr männliche Sache)
Gefühle haben doch nichts mit der Realität zu tun. Wenn wir alle sie gut genug ausblenden und uns auf die Fakten konzentrieren, dann geht es uns allen viel besser. Über Gefühle zu reden ist ein Zeichen der Schwäche und Schwäche macht angreifbar, trägt aber nichts zu einer guten Lösung bei.
So - oder so ähnlich - bringen Klienten manchmal zum Ausdruck, wie sie zu Gefühlen stehen. Ein lästiger Störfaktor auf dem Weg zum Erfolg. Am Ende der letzten Mittwochsmail fiel das Stichwort “Verantwortung übernehmen” und hier möchten wir gerne anknüpfen:
Deine Armee
Wir erfahren oft (in den Gesprächen mit Klienten, aber auch in unseren eigenen Konflikten), dass erst der Ärger spürbar wird. Man wird zornig, ärgerlich, laut. Man will recht haben oder man beendet ein Gespräch abrupt, weil es irgendwie ausweglos erscheint.
Wir halten all das für normale Reaktionen auf unangenehme Situationen. Und wir haben für uns das Bild der “Armee” entwickelt. Diese Armee hat in erster Linie Schutzaufgaben. Wenn wir uns in irgendeiner Art bedroht fühlen, dann rückt unsere Armee aus: Sie kämpft dafür, dass wir selbst unseren eigenen unangenehmen Gefühlen nicht ausgesetzt werden.
Jeder von uns kann sich auf die Suche nach seinen Verletzlichkeiten machen. Was lässt Deine Armee ausrücken? Letzte Woche haben wir uns schon in diese Richtung bewegt und wenn du dich da schon auf die Suche nach deinen Gefühlen gemacht hast, dann wird dir der nächste Schritt um einiges leichter fallen:
Deine Verletzlichkeiten
Hinter, unter oder neben unserer Armee gibt es etwas, das schützenswert ist. Wenn die Armee wieder abgezogen ist, dann kann man sich auf die Suche nach diesen Seiten machen. Manchmal dauert es wenige Minuten, manchmal länger, aber irgendwann ist auch der ärgste Zorn verraucht und dann kommt der Moment in dem es gut ist, in sich zu hören. Was klingt denn jetzt nach? Was hat denn deine Armee ausrücken lassen?
Es geht nicht darum beim ersten Versuch ein passendes Wort zu finden. Es geht (sowie wie beim Benennen der anderen Gefühle letzte Woche) darum langsam Schritt für Schritt eine Sprache zu finden, die es für dich ermöglicht dein Inneres zu beschreiben. Und es kommt durchaus vor, dass es ein Konglomerat von Gefühlen ist, oder dass es dauert, bis du deine “alarmierenden Seiten” kennen lernst. Habe Geduld mit dir!
Diese alarmierenden Seiten nennen wir “Verletzlichkeiten”
Sprich darüber
Wenn man untersucht, wann Menschen das uneingeschränkte Gefühl von Liebe und Zugehörigkeit verspüren, dann landet man (nach einiger Forschungsarbeit unter anderem) bei Verletzlichkeiten. Menschen, die sich uneingeschränkt geliebt und angenommen fühlen, nehmen ihre Verletzlichkeit an. “Sie glauben ihre Verletzlichkeit machte das Schöne an ihnen aus. Sie redeten über Verletzlichkeit weder als etwas Angenehmes, noch als etwas Qualvolles. Sie redeten lediglich über ihre Notwendigkeit. Sie redeten von der Bereitschaft als erstes “Ich liebe dich” zu sagen; die Bereitschaft, etwas zu tun, bei dem es keine Garantien gibt; Sie sind bereit, in eine Beziehung zu investieren, die vielleicht nicht funktionieren wird. Sie dachten, dies sei fundamental. Diese Verletzlichkeiten sind nicht gleichzusetzen mit Schwäche.”*
Hier kommt ins Spiel was wir “emotionale Ich-Botschaft” nennen. Mut macht hier den Unterschied - Erzählen macht den Unterschied. Erzähle deinem Partner, was du an und in dir entdeckt hast. Beschreibe, was du an dir entdeckt hast. Strikt aus deiner Sicht. Ohne den anderen verantwortlich zu machen. “Ich fühle mich…”, “in mir ist es…”, sind dafür gute Satzanfänge. Nicht geeignet ist “wenn Du, dann…” - deine bessere Hälfte macht deine Gefühle vielleicht öfter sicht- und spürbar. Sie entstehen aber in in dir und du kannst und darfst damit umgehen (lernen).
Als Zuhörer einer emotionalen Ich-Botschaft nimm eine gesunde Distanz an: Du hörst eine Selbstoffenbarung. Du bist nicht aufgefordert etwas anders zu tun, etwas zu reparieren oder etwas zu ändern. Versuche die Haltung “einer besten Freundin” einzunehmen: Sie hört zu, kann annehmen was ist, fühlt sich aber nicht für das gesamte Leben des anderen verantwortlich.
Wir haben nun 3 von 7 zerstörerischen Aspekte für eine Beziehung beschrieben. Hilft dir, was wir schreiben? Willst du widersprechen? Hast du Fragen? Antworte direkt auf diese Mail oder schicke uns eine Nachricht an aud@ehrenreich.info.
Alles liebe, Angela & Dieter