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Gönne dem anderen NICHTS! 😡

Angela & Dieter Ehrenreich

Schönen Mittwoch,

willkommen zu Mail 6 von 7 Dinge, die unserer Ansicht nach jedenfalls zum Ende einer Beziehung führen. (Vielleicht nicht jedes für sich, aber ziemlich sicher in Kombinationen)

In den letzten 5 Wochen haben wir über diese 5 Themen geschrieben:

1) Mein Partner ist schwierig und unveränderbar oder ***Ich bin wie ich bin.***Wenn Du diese Mail versäumt hast, dann klicke hier und wir senden sie Dir gerne. :-)

2) Meine Gefühle halte ich besser raus. Mit einem Klick hier, senden wir Dir diese Mail.

3) Über seine Gefühle spricht man auch nicht. (eine sehr männliche Sache) Um diese Mail nochmal zu holen, klick hier.

4) Besser vorsichtig als verletzt. Wenn Du diese Mail versäumt hast, klicke hier.

5) Nur nicht streiten! Klicke hier, um diese Mail zu bekommen.

Weiter geht es mit:

6) Gönne dem anderen NICHTS!

“Was bringt die Augen deines Partners zum Strahlen?”

Immer wieder kommt diese Frage in den Gesprächen mit Paaren vor, die wir mit jedem einzeln führen - bevor wir in 4er Sitzungen weiterarbeiten. Und beinahe jede/jeder bekommt selbst ein Strahlen, wenn sie/er die Antwort formuliert.

Fast alle (uns beide eingeschlossen) wissen, was der Andere (und wir selbst) besonders gerne tut. Und das sind sind oft Unternehmungen, die man vor der Beziehung ohne den aktuellen Partner, vor diesem Lebensabschnitt ohne die Kinder oder vor diesem Job mit mehr Freizeit gemacht hat. Deshalb sind sie in dem Leben, das wir gerade jetzt führen, selten geworden. Zeit mit der besten Freundin. Eine Fahrradtour. Ein paar Tage auf eine Almhütte. Mal wieder in Ruhe Malen. Zeit in Stille genießen. Zu einem Rockkonzert fahren. Jeder von Euch kann sicherlich für sich und seine bessere Hälfte hier fortsetzen.

Es gibt Phasen in unserem Leben, in denen haben wir ein stärkeres Bedürfnis mehr für uns selbst oder ganz alleine zu machen. Mich selbst wieder mehr spüren, zu meiner Kraft finden, mich innerlich ordnen sind Sätze, die wir dann in der Beratung oft hören.

Beim anderen (der unter Umständen das ganz gegenteilige Bedürfnis, nämlich das nach Nähe und Zweisamkeit hat) kommt dann aber oft an: Sie will keine Zeit mehr mit mir verbringen. Ich sollte doch die eigentliche Kraftquelle sein. Warum muss er sich von mir erholen? Es geht ihr nur wirklich gut, wenn sie mit anderen Zeit verbringt. Er wird mich bald verlassen.

Unserer Erfahrung nach reagieren die “Zurückgelassenen ” unterschiedlich:

  • Sie suchen so sehr die Nähe, dass dem anderen erst recht kein Raum bleibt. Man schliesst sich den Hobbies des anderen an, oder man plant die Zeit so dicht, dass die Idee für Freiräume erst gar nicht aufkommt.
  • Sie lassen dem anderen den Freiraum, aber (spätestens) bei der Rückkehr wird deutlich darauf hingewiesen (verbal oder non-verbal), dass das so nicht in Ordnung war.

Beides hinterlässt bei dem der auf der Suche nach seinen Bereichen, seinem Freiraum, seiner Autonomie ist, das unangenehme Gefühl des eingeschränkt Seins und erhöht das Engegefühl, das ja eigentlich der Auslöser für den Freiheitsdrang war. Die Enge, die dadurch entsteht, hat dann wirkliche Sprengkraft für Beziehungen.

Übrigens hat das Autonomiebedürfnis selten etwas mit dem Partner zu tun, sondern ganz oft etwas mit demjenigen, der es spürt. (Wenn du magst, kannst du dazu die zweite Mail dieser Serie noch einmal nachlesen.)

Was kann man also tun?

  • Versuche (egal auf welcher Seite du gerade stehst) deiner inneren Welt Worte zu geben. Stichwort: Emotionale ICH-Botschaft.
  • Wenn du der mit mehr Nähebedürfnis bist: Versuche zu sehen, dass “das Aussen deines Partners” auch Entlastung für dich sein kann. Du brauchst nicht alle Bedürfnisse deines Partners stillen und dein Partner kommt kraftvoller und lebendiger zu dir zurück.
  • Wenn du gerade der mit mehr Sehnsucht nach Autonomie bist: Lass dein Gegenüber teilhaben. Beschreibe, wofür diese Zeiten stehen. Erzähle was du getan und was du erlebt hast. Und vielleicht war ja etwas dabei, was du auch gerne einmal gemeinsam erleben möchtest?

Wir denken, dass dauerhaft glückliche Beziehungen nicht durch vollkommene Symbiose Bestand haben. Es gibt Zeiten, in denen ist man einander näher, aber jeder von uns, ist für sich Mensch. Die meisten von uns haben sich (auch) in die Lebensfreude, Kraft und Eigenständigkeit des anderen verliebt. Menschen kommen sich unserer Erfahrung nach gerade dann besonders nahe, wenn sie einander aus diesem Verständnis der Selbständigkeit und Unabhängigkeit begegnen können.

Alles liebe, Angela & Dieter