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Ausgewogen ⚖

Angela & Dieter Ehrenreich

Schönen Mittwoch,

wie geht es Dir heute? Wir sind im Slalom zwischen Corona-Neustart, kurzen Wochen und bevorstehenden Sommerferien (mit Kindern, die nach Corona-Nichtschule und Nach-Corona-jeden-zweiten-Tag-Schule, dann direkt wieder in 9 Wochen Ferien-Nichtschule kommen…) froh über jeden freien Tag und auch froh über jeden Tag, an dem wir arbeiten können - irgendwie komische Zeiten.

Diese MittwochsMail ist unserem mittleren Kind gewidmet - sie hat uns (wahrscheinlich unbewusst) auf das Thema gebracht und kommt nun deshalb hier zu den verdienten Ehren. 😘

Altersbedingt nimmt sie schon viele Dinge aus der Perspektive von Erwachsenen wahr und reagiert darauf doch (Gott-sei-Dank) oft mit kindlicher Direktheit. So auch auf zwei Dinge (die wir ihr und uns und auch dir hier in der Ausführlichkeit ersparen wollen 😉) rund um den Geburtstag eines unserer anderen Kinder. Sie hat das Gefühl von Ungerechtigkeit geäußert. Wir wissen - weil unsere Kinder von der einen oder anderen Idee hier auch beeinflusst werden 😁 - dass sie mit diesem Gefühl selbst gut umgehen kann. Aber sie hatte einfach auch recht. Es war ungerecht. An mindestens 2 Punkten.

Aber nur, wenn man in diesem Moment auf diesen einen Ausschnitt des Lebens schaut. Denn sonst sind wir versucht sehr gerecht zu sein und Dinge, die in einem Moment ungerecht sein mögen, versuchen wir in längeren Phasen auszugleichen. Aber sie hatte recht und es ist wichtig solche Ungerechtigkeiten anzusprechen. Das Ansprechen weckt oft erst ein Bewusstsein für die Ungerechtigkeit und bringt damit einen Ausgleich erst in den Bereich des Möglichen.

Was hat das mit Beziehungen zu tun?

Auch in Beziehungen geschehen Dinge nicht immer in vollkommener Ausgewogenheit und Gerechtigkeit. Manchmal übernimmt der eine mehr Aufgaben, um dem anderen mehr Raum zu geben. Manchmal kann einer nicht mehr und der andere “muss” mehr vom großen Ganzen übernehmen. Und manchmal ist eine Frage der (ausgesprochenen oder unausgesprochenen) Vereinbarung, wer sich um welche Teile des gemeinsamen Lebens intensiver kümmert.

Es ist aber wichtig es anzusprechen, wenn es einem zu ungleich wird. Und es ist dann gut, es zu hören und wahrzunehmen und in einen Dialog zu gehen, wenn man auf der anderen Seite sitzt.

Nicht immer lässt sich alles sofort ausgewogener machen, aber dass es “on the long run” für beide ausgeglichen und fair sein muss, damit eine dauerhaft glückliche Beziehung auf Augenhöhe möglich ist, davon sind wir absolut überzeugt.

Wir wünschen Dir eine schöne Woche,

Alles liebe, Angela & Dieter