Über´s Vertrauen. 🤝🏻
Schönen Mittwoch,
in unserer Praxis kommen wir oft an den Punkt, an dem es ums Vertrauen geht.
Es gibt dabei Situationen in denen ein Treuebruch die Basis des Vertrauens so erschüttert hat, dass es viel Zeit, viele Gespräche und den unbändigen Willen wieder zusammenzufinden, braucht.
Aber es gibt viel mehr Fälle, in denen es sich mehr um die Aneinanderreihung von vielen kleineren Vertrauensbrüchen handelt: Nicht eingehaltene Versprechen gegenüber den Kindern, die Zusage nicht mehr zu Trinken, Illoyalität innerhalb des erweiterten Familien- oder Freundeskreis oder finanzielle Ausbrüche. Die Liste ist bei weitem nicht vollständig.
Was kann man tun, wenn das Vertrauen schwindet?
Wie fast immer, wenn es um ein gemeinsames Thema des Paares geht, haben wir (zumindest) zwei Möglichkeiten:
- Derjenige, der das Vertrauen untergraben hat, hat immer die Möglichkeit sein Verhalten zukünftig zu ändern. Oft wird das von der Frage eingeleitet, was wirklich wichtig ist oder was wirklich Bedeutung im eigenen Leben hat. Wenn man darüber mehr Klarheit erlangt, dann kann man auch dem Gegenüber darüber berichten und so dem anderen mehr Einblick in das eigene Leben geben.
- Der, dessen Vertrauen abhanden gekommen ist, kann aus diesem geänderten Verhalten Vertrauen schöpfen. So viel wie gerade annehmbar ist. (Man sieht hier schon, dass es einen großen „Topf von Vertrauenshandlungen“ geben muss, damit immer “geschöpft” werden kann.) Und er kann darüber nachdenken, inwieweit Vertrauen denn immer an Handlungen des anderen gebunden ist. Kann es auch sein, dass man vertrauen kann, weil man an den anderen und an die gemeinsame Zukunft glaubt? In der Logotherapie sprechen wir von der Unterscheidung zwischen Schaffens- und Einstellungswerten. Die Frage ist also, wie weit kann ich meine eigene Haltung ändern und so einen Beitrag zu neuem Vertrauen schaffen? Und wie weit kann ich über diesen Versuch auch mit meinem Partner sprechen.
Oft sind vor diesen Schritten andere Schritte notwendig. Ehrliche Offenbarungen, Verantwortungsübernahme einerseits und Vergebung und Akzeptanz andererseits. Dazu aber ein andermal mehr.
Alles liebe, Angela & Dieter