Ist noch was zu retten? 🚑
Schönen Mittwoch,
hier in Salzburg hatten wir Ende Februar und auch jetzt in den ersten Märztagen schon recht frühlingshafte Tage und wir können kaum in Worte fassen wie sehr wir mehr Wärme und längere Tage genießen. ☺️
Heute vor 14 Tagen haben wir euch eingeladen, eure persönliche Frage zu schicken, um sie über die Mittwochsmail beantwortet zu bekommen. Wir waren berührt davon, wie viele geantwortet haben und begeistert über die Vielfalt der Fragen. (Wir haben letzte Woche noch welche bekommen!) 😊
Hier kommt die erste Frage, die wir ausgewählt haben:
“Wie weit kann eine Beziehung kaputt sein, sodass man sie trotzdem noch retten kann, oder wann ist es definitiv zu spät?“
In der Begleitung von Paaren gibt es für uns ein paar Merkmale oder Meilensteine, die Paare erkennen oder beschreiben, je nach dem ob es weitergehen kann oder nicht.
Wir klären in den Einzelgesprächen am Beginn unserer Beratungsprozesse immer folgende Frage:
Gibt es ein grundlegendes Ja?
Habe ich Sehnsucht danach in dieser Beziehung wieder glücklich zu werden und bin ich bereit dafür auch einen mühsamen Weg in Kauf zu nehmen?
Wenn du ehrlich zu dir selbst bist: Wie spät ist es auf deiner inneren „Beziehungsuhr“? Ist es noch vor 12 oder ist die Zeit vorbei?
Wenn beide ein Ja zum Ausdruck bringen, dann gibt es in der Beratung (und auch, dann wenn die beiden ohne uns miteinander reden. 😉) wahrnehmbare Bewegung zwischen den beiden. Das heisst nicht immer, dass in jedem und mit jeden Gespräch alles besser wird (manchmal ist auch das Gegenteil der Fall), sondern, dass man sich gemeinsam auf die Reise aufmacht, deren Ausgang vielleicht noch ungewiss ist, aber auf der man gemeinsam unterwegs ist.
Als zweites Zeichen sehen wir „den liebenden Blick“. Der liebende Blick beschreibt, dass ich dem anderen annehmend, positiv und wohlwollend gegenübertreten kann. Dass ich grundsätzlich annehmen kann, der andere meint es gut mit mir und mit unserem Wir.
Als weiteres Zeichen sehen wir, ob es in den Gesprächen gelingt „sich aus dem Du“ zu lösen. Können also beide anerkennen, dass der andere die Emotionen in mir zwar „einschaltet“, dass aber der Nährboden (und die „Wurzelgefühle“ - dazu ein andermal mehr) mein eigener ist? Und gelingt es dann in einem weiteren Schritt (manchmal) zu beschreiben, wie es mir geht, ohne den anderen verantwortlich zu machen?
Was oft in der akuten Phase hilft, in der Paare in die Beratung kommen, sind gemeinsame „Wofürs“. Ein Wofür kann sehr unterschiedlich sein, oft sind es Kinder, das gemeinsame Unternehmen oder gemeinsamer Besitz. Egal was es für das Paar ist, kann ein gemeinsames Wofür die Kraft und Ausdauer geben, die den Unterschied machen. Wir glauben aber auch, dass auf längere Sicht die emotionale Verbindung notwendig ist, um als Paar gemeinsam wieder glücklichere Zeiten erleben zu können.
Um gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten, müssen nicht alle Punkte erfüllt sein - oft reicht zum Start schon das grundlegende Ja!
Wir freuen uns über Reaktionen und Eure Erfahrungsberichte!
Alles liebe, Angela & Dieter