Automatisch oder Arbeit? 🚧
Schönen Mittwoch,
folgende Sätze haben uns bei unserer Fragerunde erreicht:
„Wir kennen recht viele Paare, bei denen einer daran leidet, dass in ihrer Ehe/Partnerschaft keine Sehnsucht nach Veränderung, mehr Tiefe.. da ist. Die Männer sind meistens überzeugt, dass sie gute Menschen sind, viel Familienzeit, sie sind treu und versorgen die Familie gut- aber es ist kaum inhaltliches Bemühen da, nach geteilter Spiritualität, Auseinandersetzung in der Kindererziehung…Wie kann man die Notwendigkeit vermitteln, dass eine „geglückte“ dauerhafte Partnerschaft ohne Bemühen und Arbeit mit und aneinander nicht funktioniert?“
Wir finden, dass in dieser Frage zwei zentrale Aspekte einer Partnerschaft angesprochen sind:
- Es ist wichtig, dass wir uns einander emotional öffnen und in eine Form des Austauschs kommen, die über das faktische Austauschen des praktischen Alltags hinausgeht und
- Beziehung kann – jedenfalls in manchen Phasen des Lebens – Arbeit bedeuten und Beziehung ist nicht etwas, dass einem „einfach so zufällt“.
Auch uns (wie wohl den meisten Paaren) geht es manchmal so, dass wir in Zeiten, in denen uns das Leben stark fordert (Kleinkinderzeiten, Pubertät, Jobwechsel, Erkrankungen,…), in ein starkes „Funktionieren“ verfallen und – ob der enormen Belastung, die die aktuelle Situation mit sich bringt – immer mehr mit uns selbst beschäftigt sind und uns immer weniger einander zuwenden können.
Wenn die emotionale Distanz zu groß wird, wird es immer schwieriger diese zu überbrücken und die Kommunikation wird immer weniger und dann konflikthafter. Ein Teufelskreis beginnt.
In dieser Situation kommt der zweite angesprochenen Aspekt ins Spiel: Es ist in diesen Phasen wichtig eher früher als später auf die Stopptaste zu drücken und gemeinsam zu schauen, wie sich die Situation entlasten lässt.
- Es kann helfen, wenn wir uns mehr auf die Suche nach unseren individuellen Kraftquellen machen.
- Es kann helfen, wenn wir bewusst versuchen mehr zweisame, exklusive Zeit miteinander zu verbringen.
- Es kann aber auch helfen – wenn es gar nicht mehr möglich ist, den „emotionalen Knoten“ allein zu lösen - dass wir uns Unterstützung von Aussen holen.
Wo steht Ihr? Welcher Schritt kann jetzt helfen? Welches Gespräch steht bei Euch an?
Alles liebe, Angela & Dieter