Offenbaren und Offensein 👅 👂
Schönen Mittwoch,
wir erleben in der Praxis immer wieder, wie schwierig es Paaren fällt einander zu erzählen, wie sie sich fühlen und wie es ihnen mit bestimmten Dingen geht,
- ohne dass es einander zum Vorwurf gereicht
- ohne dass es einer von beiden als Kritik auffasst oder
- ohne dass sie einander die jeweils eigene Wahrheit absprechen
und jeder versucht seine Wahrheiten dem anderen „aufs Aug zu drücken“.
Manchmal braucht es einen langwierigen Prozess, damit Paare aus diesem vertrauten, aber nicht beziehungsförderlichen, Modus aussteigen können und dadurch ein neues einander Zuhören und Wahrnehmen möglich machen.
Oft hilft das folgende Bild Paaren dabei voran zu kommen:
Wenn ihr ein Thema besprechen wollt, so stellt symolisch das Thema in Form eines Gegenstandes (zB einer Vase) vor euch auf den Tisch.
Jeder von euch beschreibt nun alles was zu dem aktuellen Thema in ihm/ihr auftaucht.
Ich legt also alle Gedanken, Gefühle, Sorgen, etc,.., die ihr in euch bemerkt, wenn ihr euch mit dem Thema beschäftigt, sinnbildlich auf den Tisch.
Das machen beide hintereinander und zwar so, dass vom anderen nichts kommentiert, abgesprochen oder kleingeredet wird.
In der Praxis wird es bei der Erklärung dieses Bildes oft sehr anschaulich.
Denn es kann zeigen, was wir nicht wollen: Angela legt gestikulierend (verbal) etwas auf den Tisch und Dieter holt es zu sich, verdreht es, verwurstelt es, zerkleinert oder vergrößert es.
Was wir hingegen wollen ist, dass das Eigene bei jedem bleiben darf und der andere es nicht zu sich holt. Beide Wahrheiten haben nebeneinander Platz und haben ihre Berechtigung.
Das Stichwort dazu heißt: Selbstoffenbarung - sich selbst zeigen, mit allem was ist. Das erfordert die Zurückhaltung des Gegenübers.
Gelingen Dir solche Momente mit anderen Menschen? Momente in den Du beschreiben kannst, was alles ist und auch Momente in denen du nur lauscht, was der andere zu sagen hat.
Alles liebe, Angela & Dieter