Gib dem Gefühl einen Namen 🥴
Schönen Mittwoch,
im Moment „hauen“ unsere Klienten so legendäre Wörter und Sätze hinaus, dass wir gar nicht anders können als diese mit euch zu teilen.
So hat letztens ein gstandener Oberösterreicher, den Konflikt zwischen sich und seiner Frau als „Wort-Gspü-Krise“ bezeichnet und meinte damit, dass sich die beiden manchmal verbal so sehr ineinander verhaken, dass nichts mehr geht.
Die Bezeichnung „Wort-Gspü-Krise“ finden wir in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert:
- Das Wort beschreibt, dass es auf verbaler Ebene schwierig wird.
- Das Dialektwort „Gspü“ kann man in zweierlei Hinsicht hören: im Sinne von „Gespiel“ – also eine Spielerei, etwas wo es Hin- und Hergeht zwischen zweien oder im Sinne von „Gspür“ – also emotional, wo das Spüren und die Worte sich ins Gehege kommen und das Bauchgefühl aus dem Tritt kommt.
- Das Wort Krise ist selbsterklärend und bringt auf den Punkt, dass es meist Situationen sind, die beide Partner als sehr eng und ausweglos empfinden.
Für uns ist es immer ein Schritt in Richtung Veränderung, wenn unsere Paare ihre eigenen Worte finden für das, was sich zwischen ihnen „abspielt“ und durch das Benennen manchmal wieder eine andere Art des Dialogs möglich wird.
Das freut uns umso mehr, wenn diese Worte von einem Klienten kommen, dessen Partnerin manchmal an seiner Sprachlosigkeit verzweifelt und das Gefühl hat „mit ihm kann man nicht reden“.
Im Idealfall gelingt es ab nun, nach einer „Wort-Gspü-Krise“ in den Stunden oder Tagen danach, darauf zurückzukommen und den Dialog mit den Worten zu beginnen: „Bei unserer letzten Wort-Gspü-Krise hab ich von mir verstanden, dass…“ und „Wie ist es denn dir gegangen als….“
Unsere Klienten sind beim Finden dieser Begriffe sehr kreativ: So hatten wir schon die „Salatpflanzl-Krise“ oder die „Efeu-Eskalation“, das „Eierschwammerl-Gefühl“ oder das „Staatsfeind Nr1-Gefühl“.
All diese Begrifflichkeiten helfen uns dabei, auf die Metaebene zu kommen und – nach dem es emotional eskaliert ist zwischen uns – wieder in Kommunikation und Verbindung miteinander zu kommen.
Habt ihr auch Worte für das, was manchmal so sprachlos macht und hilft euch das dabei, wieder mehr in Dialog zu kommen?
Alles liebe, Angela & Dieter