Angebot ❤️ oder Abgrenzung ⛔️
Schönen Mittwoch,
wie wir ja schon öfter beschrieben haben, lesen wir beide sehr, sehr gerne und immer wieder, wenn wir lesen, treten manche Textstellen plötzlich gefühlt hervor und es entsteht eine innere Verbindung zu dem, was wir tun.
So ist es Angela letztens auch gegangen bei der Lektüre des neuen Romans von Joachim Meyerhoff „Man kann auch in die Höhe fallen“.
Da schreibt er, seine über 80-jährige Mutter und deren neuen Partner im Garten beobachtend:
„Ich saß an meinem Schreibtisch und genoss das stumme Schauspiel, wenn zwei Menschen sich mögen und noch voneinander überrascht sind, wenn in jeder Geste ein Angebot steckt und keine Abgrenzung.“
So wahr. Diese Beobachtung ist so wahr. Sie beschreibt diese – jedenfalls dem Anfang innewohnenende - Zugewandtheit, die jede Liebesbeziehung kennzeichnet. Und sie benennt das, was in Beziehungen im Laufe der Zeit manchmal immer mehr Raum greift und uns auseinanderdrückt:
Angebote werden weniger und Abgrenzungen werden mehr.
Der Grund dafür, warum zwischen zwei Menschen die Gesten immer mehr vom Angebot zur Abgrenzung werden, liegt in den emotionalen Verwerfungen, die das Leben oft mit sich bringt.
Wenn Situationen entstehen (und das tun sie unweigerlich), wo sich einer oder beide emotional nicht mehr gesehen fühlen, und es nicht mehr gelingt diese so zu klären miteinander, dass wir uns verstanden fühlen, dann gehen wir der emotionalen Sicherheit verlustig und darauf reagieren wir mit Abwehr.
Je mehr wir in der Abwehr sind, desto schwieriger wird es, emotionale Themen zu klären und wir finden uns in einer Negativspirale wieder, wo Angebote immer mehr zur Abgrenzung werden.
Gelingt es dir, immer wieder überrascht zu sein von deinem Gegenüber und eine Geste zu einem Angebot zu machen?
Alles liebe, Angela & Dieter