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Das unausgegorene Halbfertige in uns. 🫥

Angela & Dieter Ehrenreich

Schönen Mittwoch,

wie du ja schon weißt, ist die Hauptquelle unserer Mittwochsmail berührende Gespräche mit so vielen Menschen, die um ihre Beziehung zueinander ringen.

Und sehr oft entstehen Erkenntnisse und Verständnis – füreinander aber auch über uns selbst – aus Halbsätzen, die einer von uns vieren sagt, wo im Gegenüber ein innerer Prozess entsteht, der wiederum in der Verwortung ein Impuls für eine neue Erkenntnis ist. Manchmal fühlt es sich so an, als würden wir gemeinsam Eintauchen in eine tiefere Ebene des Wahrnehmens und Fühlens.

So auch gestern mit einem uns sehr ans Herz gewachsenen Paar, das wir schon über längere Zeit begleiten:

C. hat davon berichtet, wie schwer es ihm fällt, zu erzählen wie es ihm wirklich geht und dass er den Anspruch hat immer nur dann von sich zu berichten, wenn er es innerlich für sich schon sortiert und Klarheit gewonnen hat.

Dieter hat dann aufgeworfen, dass es manchmal auch einfach um das „Zumuten der unausgegorenen Halbfertigkeiten in uns geht”. Dass es ihm guttut, Angela zu berichten, wie es in ihm ist, auch wenn es noch nicht fertig gedacht und gefühlt ist und dass ihm das auch bei der Verarbeitung hilft.

Daraufhin wendet sich M. an ihren Mann und fragt ihn ganz offen und zugewandt: „Fühlst du dich sicher genug, dass du Dinge aussprechen kannst?

Seine Rückfrage kommt prompt: „Darf ich’s dir denn zumuten, das Gewicht meiner Gedanken?

Stille. Wir denken und spüren alle vier nach.

Und stellen fest, dass dieser Prozess des sich Zumutens meist deshalb so schwer ist, „…weil ich’s mir manchmal selber nicht zumuten kann.

Das „Rausrucken mit da Fårb“* wird dann umso leichter, wenn wir beide die Gewissheit haben, „dass da drüben jemand sitzt, der es gut mit mir meint“ und wir das in der Tiefe unseres Herzens auch für uns selbst annehmen können.

Wie geht es dir mit dem dich Zumuten?

Alles liebe, Angela & Dieter