Mehret das Glück des Anderen 💑
Schönen Mittwoch,
wie geht es dir in Woche 6 im Corona-Modus? Wir haben wieder ein paar Dinge auf unserer Liste ergänzt. Während wir anfänglich ein Leben wie im Urlaub geführt haben, haben wir nun nach den schulischen Osterferien wieder begonnen mehr Struktur in unser Leben zu bringen. Und das fühlt sich für uns alle ganz gut an 😀
Nachdem wir in den Beratungen und in Gesprächen mit Freunden/Bekannten/Kollegen in den ersten 5 Wochen recht oft beim Thema „Selbstfürsorge“ gelandet sind – und ja auch ein paarmal darüber geschrieben haben – ändert sich das Hauptthema bei uns gerade.
Es geht in den Paarbeziehungen deutlich mehr um „den Anderen“. Irgendwie scheint die Partnerin/der Partner mehr in den Fokus zu rücken und wir haben einige Male in den letzten Tagen den deutschen Verhaltenstherapeuten Jens Corssen zitiert. Er erzählt in einem Kapitel seines Buchs „Ich und die anderen“ (im Übrigen ein sehr empfehlenswertes Buch über Beziehungen) über das Credo seiner Ehe:
Mehret das Glück des Anderen
In der Hörbuchversion erzählt er unter anderem eine Episode seiner Ehe, in der es ums Begleiten seiner Frau beim Einkaufen geht. Und er beschreibt sein Erstaunen in der Selbstbeobachtung in dem Moment, in dem er realisiert, dass es ihm selbst gut tut, wenn er seiner Frau den Wunsch nach Shoppingbegleitung erfüllt.
Gemeinsames Shoppen ist derzeit ja noch nicht möglich, was aber bleiben kann, ist die Grundhaltung dem anderen etwas Gutes zu gönnen. Und unter Umständen dafür in Kauf zu nehmen, dass es eigene Anstrengung, eigenen Aufwand oder eigene Überwindung braucht.
“Dem anderen etwas gönnen“ ist eine hilfreiche Grundhaltung in einer Beziehung und wir wissen, dass diese Grundhaltung leichter einzunehmen ist, wenn man sich selbst in seiner Mitte, gelassen und gleichzeitig kraftvoll fühlt. Und schon sind wir wieder bei der Selbstfürsorge gelandet. 😉
Wenn wir noch einmal bei Jens Corssen und seiner Feststellung, dass es auch ihm selbst gut getan hat seiner Frau eine Freude zu machen, anknüpfen, dann wird sichtbar, dass dem anderen etwas Gutes tun oder etwas gönnen, auch eine Form der Selbstfürsorge sein kann.
So kann sich der Teufelskreis von Vorwürfen, Egoismus und gewünschten Veränderungen beim Anderen auflösen und er kann sich sogar in eine Erfolgsspirale aus Aufmerksamkeit, Großzügigkeit und Dankbarkeit umwandeln.
Wie mehrst du das Glück des Anderen?
Alles liebe, Angela & Dieter